Die Firma " Süd -Hanf " wurde 1994 in München gegründet und organisierte zusammen mit einem Landwirt den ersten freigewerblichen Faserhanfanbau in Deutschland (Eichendorf/Niederbayern). Dieses Pilotprojekt wurde 1995 von dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bundesopiumstelle) genehmigt und von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig, wissenschaftlich begleitet.
In den folgenden Jahren wurden in Bayern auf verschiedenen Standorten Sorten- und Anbauversuche zur Stickstoffdüngung und Bestandsdichte von Faserhanf durchgeführt.
Aufgrund dieser Aktivitäten im Hanfbereich wurde unser Unternehmen in dieser Zeit von einer Münchner Einrichtung (Klinikstatus) für AIDS -Patienten auf die Möglichkeit des Einsatzes von THC-Präparaten in der AIDS-Therapie angesprochen.
Es folgten ein jahrelanger Einsatz und Überzeugungsarbeit um alle Vorgaben und Sicherheitsauflagen für eine Ausnahmegenehmigung nach § 3 des Betäubungsmittelgesetz zu erfüllen.
Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgericht im Januar 2000 wurde unsere Vorarbeit belohnt und wir sind seit Oktober 2000 das erste und einzige Unternehmen in Deutschland mit einer Erlaubnis der Bundesbehörden zum kontrollierten Anbau und Verkauf von THC-reichen Hanf. Seitdem beliefern wir an ebenfalls genehmigte Pharmaunternehmen und Behörden Hanfblüten für erste Extraktionsversuche zur Herstellung eines Arzneimittel.
Des weiteren stellten wir dem Deutschen Arzneimittel codex (DAC) Hanfblüten für die Erstellung einer Monographie zur Verfügung. Diese Monographie wurde mittlerweile von der zuständigen Kommission verabschiedet und ist ein wichtiger Baustein für die Erteilung einer Verkehrsfähigkeit von Cannabisprodukten.
Als Ziel unser Arbeit verstehen wir die Bereitstellung von Hanfblüten für den medizinischen Einsatz. Wir schließen uns dem Urteil des Bundesverfassungsgericht über Cannabis an, das die individuelle Therapie von Patienten als legitim und im öffentlichen Interesse sieht. Diese Auffassung, sowie der Prüfauftrag des BVG von 1994 an die Regierenden, die Trennung der Märkte (hard drugs - soft drugs) zu prüfen, sind nach unserer Einstellung noch nicht umgesetzt und bedürfen weiteren Einsatz.